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Eine Hommage an die Zwiebel

 

Wir Österreicherinnen und Österreicher essen jährlich rund 7 Kilogramm Zwiebeln (Allium cepa), und trotzdem schenken wir dieser uralten Kulturpflanze kaum Beachtung. Dabei meinte schon der berühmte Arzt Paracelsus (1493 - 1541): "Zwiebeln sind so viel wert wie eine ganze Apotheke". Wir stimmen Paracelsus hier vollkommen zu, denn, vor allem in ihrer Rolle als Heilpflanze, schätzen wir dieses Lauchgewächs besonders. Bei uns ist sie ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil in der Küche sowie in der Hausapotheke. 

 

Gerade in der kalten Jahreszeit, wo Husten, Grippe, Ohrenschmerzen und Co. Einzug halten, ist die Zwiebel unsere erste Wahl. Von Zwiebel-Hustensaft, über Zwiebel-Auflagen für die Ohren, bis hin zur aufgeschnittenen Zwiebel für hustenfreie Nächte. Nichts scheint besser und dabei auch noch natürlich zu wirken.


(KURZ)GESCHICHTE DER ZWIEBEL

Ursprünglich stammt die Zwiebel aus Inner- bis Kleinasien. Bereits vor rund 5.000 Jahren domestizierten die Hochkulturen der Mittelmeerregionen die Wildzwiebel und bauten sie auf Feldern an. Schon damals war sie nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern diente ebenso als Heilpflanze sowie als Opfergabe. Ab dem 19. Jahrhundert wurde die Zwiebel auch in Deutschland und Österreich in größerem Stiel angebaut. In Österreich wurden beispielsweise die beiden Sorten "Rote Laaer" oder die "Oberschoderleer Steckzwiebel" gezüchtet.


Einteilung der Zwiebel

Zwischenzeitlich sind weltweit zahlreiche Unterarten und Sorten der Zwiebel erhältlich. Folgende Einteilungen der Zwiebelsorten sind bei uns gebräuchlich:

 

  • Nach Farbe: Rote, gelbe und weiße Zwiebelsorten
  • Nach Pflanzzeit: Sommer - und Winterzwiebelsorten
  • Nach Größe und Geschmack: Haushaltszwiebelsorten, Gemüsezwiebelsorten, Silberzwiebelsorten


Heilkraft und Inhaltsstoffe der Zwiebel

Frische Zwiebeln wirken in erster Linie wassertreibend, sekretionsanregend, verdauungsfördernd und appetitanregend. Und auch bei der Linderung von Husten, Ohrenschmerzen und vorbeugend gegen Grippe, Halsentzündungen und Schnupfen kommt die Zwiebel zum Einsatz. Äußerlich angewendet ist eine frisch aufgeschnittene Zwiebel ideal zur Linderung von Juckreiz und Schwellung bei Insektenstichen oder bei Blutergüssen.

 

(WICHTIGSTE) INHALTSSTOFFE DER ZWIEBEL:

Alliin, Allicin, Polysulfide, Propanthialoxid, Flavonoide (Flavonoid Quercetin).

 

DIE ZWIEBEL SENKT DAS KREBSRISIKO:

Es existieren bereits zahlreiche Studien die belegen, dass Zwiebeln das Krebsrisiko merkbar senken. Bereits der Verzehr einer halben Zwiebel pro Tag kann das Magenkrebs-Risiko um 50 Prozent, Eierstock-Krebs um 74 Prozent und Krebs im Mund- und Rachenraum sogar um um 84 Prozent senken.


Zwiebeln und die Tränendrüse

Wer kennt es nicht, kaum ist der erste Schnitt gesetzt, bringt uns die Zwiebel zum weinen. Aber wieso ist das so? Denn solange die Zwiebel als Ganzes auf dem Schneidebrett liegt, drückt sie uns ja nicht auf die Tränendrüse. Die Antwort liegt im Schnitt, denn sobald die Zwiebel angeschnitten wird, entweichen aus deren Zellen zwei Stoffe, aus denen sich ein Gas bildet, das reizend in die Augen steigt. Diese sind das Iso-Alliin, eine Aminosäure in der äußeren Zellschicht und das Enzym Alliinase, das sich im Inneren der Zelle befindet. Enzyme sind Eiweiße, die eine chemische Reaktion beschleunigen oder verursachen. 

 

Wenn man die Zwiebel also anschneidet, kommen diese beiden Enzyme in Kontakt und erzeugen durch einen chemischen Prozess ein Reizgas, das unsere Augen reizt. Die Tränen sind daher eigentlich etwas Gutes, da sie dazu dienen, dieses reizende Gas wieder aus unserem Auge auszuwaschen.

 

TIPPS:

Wer keine Lust auf Tränen hat, dem helfen vielleicht diese weit verbreiteten Tricks:

  • Zwiebel mit einem sehr scharfen Messer schneiden
  • Zwiebel mit nassem Messer auf nassem Schneidebrett schneiden
  • Zwiebel vor dem schneiden kurz in ein Wasserbad geben
  • Zwiebel vor dem Schneiden 15 Minuten in den Tiefkühler legen bzw. für eine Stunde in den Kühlschrank

... und wenn all das nicht hilft, gibt es im gut sortieren Sporthandel Taucherbrillen mit Nasenschutz ;-).

 

 


Disclaimer! Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt recherchiert und aufbereitet. Die Hausmittel und Rezepturen ersetzen aber keinen Arztbesuch. Bei unklaren oder starken gesundheitlichen Beschwerden bitte unmittelbar einen Arzt aufsuchen. Bei Kindern und Schwangeren sollte mit dem Arzt vorab eine mögliche Anwendung oder Einnahme abgeklärt werden. Wenn ihr meine Rezepte nachmacht, dann tut ihr das auf eigene Gefahr. (Caprice Innauer, Zertifizierte Kräuterpädagogin)

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