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Vom Baum bis in den Ofen: So entsteht Brennholz

Eigentlich noch Hochsommer, sind wir gedanklich bereits in kühleren Gefilden unterwegs. Der nächste Winter kommt nämlich bestimmt und Brennholz macht sich nicht von selber. Bis dieses vom Wald bis in den Ofen gelangt, sind einige Arbeitsschritte notwendig. Und diese wollen gut geplant sein, denn, wer gutes Brennholz erzeugen will braucht Zeit und vor allem den richtigen Zeitpunkt.

 

Auf "in´s Holz"

Im November & Dezember, wenn das Vieh nicht mehr auf den Weiden ist, kontrollieren wir unsere Wälder auf Schadholz. Sobald dann die Witterung und der Mond passen, geht´s "in´s Holz" um die entsprechenden Bäume zu fällen. Der Winter ist hierfür die ideale Jahreszeit, da durch die niedrigen Temperaturen der Boden gefroren ist. Somit wird dieser nicht zu sehr beschädigt, wenn die großen Baumstämme mit der Seilwinde aus dem Wald gezogen werden müssen. 

Baum fällt

Sobald klar ist, in welche Richtung der Baum fallen soll, geht es ans Werk. Wie das im Detail passiert, darüber haben andere schon Bücher geschrieben und das würde den Rahmen hier wohl sprengen. Wichtig ist auf jeden Fall, alle "Mann" aus der "Schusslinie" und einmal laut "Baum fällt" rufen. Wenn der Baum erstmal am Boden liegt, muss dieser mit der Motorsäge entastet werden, damit er leichter aus dem Wald gezogen werden kann und andere Bäume nicht beschädigt werden. An einer gut zugängigen Stelle werden die Baumstämme dann gelagert, damit diese nach Abschluss der Forstarbeiten mit dem Blockwagen gut geladen und zum Hof transportiert werden können.

 


Holz sägen, spalten, lagern

Am Hof abgeladen, müssen alle Baustämme auf einen Meter Länge abgesägt werden, damit diese Meterstücke anschließend gespalten werden können. Aber selbst wenn die Teile nur mehr einen Meter Länge haben, kann es ganz schön anstrengend sein, diese zu zu bewegen, damit sie mit dem Holzspalter gespalten werden können. Mal gespalten, werden die einzelnen Holzscheiten in den typischen Brennholzstapeln gelagert - getrennt nach Hart- und Weichholz. 

 


 

Das Aufschlichten ist eine eigene Wissenschaft. Da hat jeder seine eigenen Tipps und Tricks. Am Innauer Hof werden diese Meterstücke beispielsweise, wenn möglich, nie mit der Rinde nach oben geschlichtet. Das ist schon seit Uromas Zeiten so. Wenn die Rinde oben gelagert ist, kann das Wasser nicht so gut entweichen, was das Trocknen hemmt. Mal so geschlichtet, ruht und trocknet das Holz dann gute 2 Jahre. Nur wer dem Holz diese Zeit gibt und bei allen Schritten auf ein gutes Mondzeichen achtet, hat am Ende auch ein gutes Brennholz mit besten Brennwerten, für ein wohlig warmes Raumklima.

 

Finish ganz nach Kundenwunsch

Wenn sich dann im August/ September oftmals bereits vereinzelt kühle Tage einschleichen, kriegen wir schon die ersten Anrufe unserer Kunden, die Brennholz für den Winter einlagern wollen. Je nachdem was diese benötigen, heißt es dann für uns die Meter-Scheiten auf 33cm oder 50cm abzulängen, was mit der Wippsäge erfolgt. Also nochmal jeden dieser Meterlinge in die Hand nehmen, absägen und gleich auf den Hänger damit. Schließlich muss das Brennholz ja noch zum Kunden transportiert werden. Dort angekommen, wir der Hänger abgeladen und die Holzspäne am Boden zusammengetragen, damit der Kunde gute "Anzünder" hat.

 

Und wie in den meisten Fällen üblich, wird das Holz vom Kunden dann erneut geschlichtet, bevor es schlussendlich den Weg in den Ofen findet.

Ganz schön viele Schritte, jedoch wohl die natürlichste und altbewährteste Methode um zu heizen. Immerhin wird Holz seit über 400.000 Jahren für das Heizen und Kochen verwendet.

 

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