Warum (unsere) Magerwiesen so bedeutsam sind

Was ist eine Magerwiese?

Da Magerwiesen vor allem auf nährstoffarmen Böden wachsen, haben sie auch diesen Namen. Und trotzdem gehören gerade diese Wiesen zu den artenreichsten Lebensräumen für Flora und Fauna - wir sprechen hier von bis zu 50 verschiedenen Arten. Genau aus diesem Grund fühlen sich Schmetterlinge, Käfer, Grillen, Spinnen und Co. hier auch so wohl. 

 

Magerwiesen werden im Normalfall 1-2 Mal im Jahr gemäht und nur selten gedüngt. Wir mähen unsere Magerwiesen nur einmal jährlich und düngen diese gar nicht - und das seit weit über 20 Jahren. Um das Bodenmilieu zu erhalten ist es wichtig, dass das Heu nach dem Mähen entfernt wird, also nicht liegen bleibt.

Warum verschwinden Magerwiesen zusehens?

Die artenreichen und für die Ökologie so wichtigen Magerwiesen wurde in den letzten 30 Jahren fast völlig verdrängt. Experten sprechen von einem Rückgang von bis zu 80 Prozent. Den Grund für diesen Rückgang sehen die Forschenden in der (leider) zunehmenden Intensivierung der Landwirtschaft.

 

Auf klassischen Futterwiesen kommen heute teils nurmehr maximal 5 Arten vor. Der Fokus liegt ausschließlich auf - für die Milchviehhaltung wichtigen - Futtergräsern. Daher werden Wiesen in den niedergelegenen Regionen teils bis zu 7 Mal gemäht. Georg Grabherr, Ökologe an der Uni Wien, sieht den Grund hierfür in der intensiven Milchvieh-Zucht. Noch vor 40 Jahren hat eine Milchkuh im Jahr zirka eine Milchmenge von 5.000 Litern produziert. Heute liegt dieser Jahresdurchschnitt bei gut 12.000 Litern. Die Experten sind sich jedoch einig, dass die Schuld hier nicht alleine beim jeweiligen Landwirten liegt. Leider bleibt vielen nichts anderes übrig als deren Wirtschaftsweise zu intensivieren. Der Marktdruck ist einfach zu hoch.

Was sind die Folgen des Magerwiesen-Sterbens?

 

Je niedriger die Artenvielfalt der Wiesen, desto weniger Nährboden und Zuhause bieten diese für zahlreiche Lebewesen. Betroffen sind hier nicht nur Insekten und dergleichen. Laut Hans Uhl von Birdlife Österreich, sind auch zahlreiche Vogelarten davon betroffen, die keine Brutstätten mehr finden. Er nennt hier beispielsweise das Braunkehlchen, aber auch Rebhühner. Somit hat sich deren Bestand massiv verringert und viele Arten sind sogar vom Aussterben bedroht.

 

Die Artenvielfalt auf unseren eigenen Magerwiesen

Wir haben uns dafür entschieden unseren Hof so extensiv wie möglich zu bewirtschaften. Aus diesem Grund ist es uns auch wichtig, unsere Magerwiesen zu pflegen und so auf Dauer Flächen für die Pflanzen- und Tierwelt zur Verfügung zu stellen. Der Lohn für diese Wirtschaftswiese ist ein Besuch auf besagten Wiesen. Die Farbenpracht und das geschäftige Treiben von Insekten und Co. sind einfach atemberaubend. Ein einzigartiger Ort um die eigenen Batterien mal wieder voll aufzuladen.

 

Wen es im Detail interessiert: Auf unseren Magerwiesen finden sich um die 40 verschiedene Gräser und Kräuter ein. Nachfolgend eine Übersicht über die wichtigsten dieser Pflanzen:

 

   

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