Heilkräuter im Vorfrühling

 

Diese frühen Heilkräuter, die wohl die meisten von uns in ihrem Garten haben, werden zu Unrecht oft als "Unkräuter" abgetan. Dabei haben sie alle einen fixen Platz in der Heilkräuter-Kunde. Wilde, frisch geerntete Kräuter sind wahre Vitaminquellen, vor allem enthalten sie viel Vitamin C. Vitamin C darum, da dieses für das Wachstum der Pflanze sehr wichtig ist, daher ist Vitamin C in der Wachstumsphase der Pflanze vermehrt enthalten. Die sekundären Pflanzenstoffe wie beispielsweise Geschmacks-, Farb- und Duftstoffe sind ebenso gesundheitsfördernd und reichlich enthalten.

 

HEILSAM & SCHMERZLINDERND

Schon das Verspeisen dieser Kräuter ist für den Körper gesund. Zusätzlich können sie auch gezielt bei Erkrankungen eingesetzt werden. 

Die enthaltenen Bitterstoffe & Gerbstoffe (der Fraßschutz der Pflanzen) sind im Allgemeinen gut für den Magen, unseren Stoffwechsel und unser Verdauungssystem. Sie regen den Körper zum Entgiften an, wobei unser Blut gereinigt wird. Aber auch bei spezifischen Beschwerden wie beispielsweise einer Blasenentzündung, kann beispielsweise Brennnesseltee helfen, da dieser harntreibend wirkt.

 

Nachfolgend findet ihr eine Übersicht über einige wichtige Heilkräuter des Vorfrühlings mit deren entsprechendem Anwendungsgebiet, Wirkung und den einzelnen Anwendungsformen. Zusätzlich habe wir noch das ein oder andere Rezept für euch! 

 

 

Gänseblümchen (Bellis perennis)

*HARNTREIBEND * STOFFWECHSELANREGEND*

Anwendungsgebiete: Die frischen, jungen Blätter des Gänseblümchens regen sowohl den Stoffwechsel als auch die Entgiftungsorgane an. Zudem werden die Nieren gereinigt. In der Homöopathie gilt Bellis perennis als wichtigstes Mittel bei Verletzungen des tieferen Gewebes, bei schmerzhaften Gelenken und einem Wundheitsgefühl der Muskulatur.

Wirkung: harntreibend, stoffwechselanregend, mäßig entzündungshemmend

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Salbe, Öl, Auflagen, Waschungen und als Lebensmittel



Löwenzahn (Taraxacum officinale)

*STIMULIERT IMMUNSYSTEM * REGT SELBSTHEILUNGSKRÄFTE AN*

Anwendungsgebiete: Hauptwirkstoff des Löwenzahns sind dessen Bitterstoffe. Diese sind vor allem in der Wurzel reichlich vorhanden. Anwendungen mit der Wurzel unterstützen vor allem die Verdauung und bei rheumatischen Erkrankungen. Das ebenso enthaltene Magnesium beruhigt zudem die Nerven. Weitere Mineralien wie Kalium, Kalzium, Eisen, Zink & Magnesium reinigen und verjüngen den Körper und regen die Selbstheilungskräfte an. Wer entschlacken möchte, verwendet die Blätter auch gerne im Frühlingssalat. 

Wirkung: regt Selbstheilungskräfte an, appetit- und verdauungsanregend, nervenberuhigend, harntreibend

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Salbe, Blätter als Salat, Sirup, Honig

 

REZEPT: Habt ihr Lust auf Löwenzahn-Sirup oder -Honig? Hier geht´s zum Rezept!



Große Brennnessel (Urtica dioica)

*HARNTREIBEND * STOFFWECHSELANREGEND* DURCHBLUTEND*

Anwendungsgebiete: Brennnesselblätter sind sicher eines der meist verwendeten Naturheilmittel. Die Blätter werden vor allem bei Entzündungen der Harnwege verwendet, so also bei Blasenentzündung oder Harnsteinen. Ebenso findet die Brennnessel aber auch bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt. Aber auch die Wurzel findet in der Naturheilkunde ihre Anwendung. Beispielsweise bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata.

Wirkung: durchblutend, stoffwechselanregend, harntreibend 

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Presssaft (aus der frischen Brennessel), Blätter & Samen für den Salat



Bärlauch (Allium ursinum)

*VERDAUUNGSFÖRDERND * BLUTREINIGEND*

Anwendungsgebiete: Bärlauch ist ideal für eine Frühjahrskur. Dies verdankt er seinen zahlreichen Inhaltsstoffen wie Vitamin C, B1 & B2, Mineralien, Spurenelementen, Mangan, Eisen oder auch Magnesium. Er entschlackt den Körper und gibt ihm neue Lebenskraft. Die Lymphe werden aktiviert und die Ausscheidung von Schwermetallen wird angeregt. Wie auch Knoblauch, senkt Bärlauch den Blutdruck, stützt das Herz-Kreislauf-System und beugt der Verkalkung der Arterien vor.

Wirkung: verdauungsfördernd, blutreinigend, blutdrucksenkend, blutfettwertsenkend

Anwendungsformen: frische Blätter essen oder beispielsweise als Pesto, Essig, getrocknet im Kräutersalz, ...

 

REZEPT: Bärlauch-Essig für die Blutreinigung! Hier gehts zum Rezept.

 

ACHTUNG: Nicht mit dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose (blüht nicht nur im Herbst) verwechseln!



Gundermann (Glechoma hederacea)

*FÖRDERT WUNDHEILUNG * ENTZÜNDUNGSHEMMEND*

Der Gundermann wird auch Gundelrebe genannt.

Anwendungsgebiete: Innerlich hilft der Gundermann bei Magen- und Darmkatarrhen, bei chronischer Bronchitis, Atemwegserkrankungen, Schnupfen, sowie bei Nieren- und Blasenleiden. Äußerlich angewendet hilft er bei Hauterkrankungen aber auch bei schlecht heilenden Wunden.

Wirkung: entzündungshemmend, wundheilungsfördernd, stoffwechselanregend

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Öl, Salben, Auflagen, als herbes Gewürz (macht fette Speisen bekömmlicher)

 

REZEPT: Gundermann-Heilsalbe für schlecht heilenden Wunden. Hier geht´s zum Rezept.



Schafgarbe (Achillea millefolium)

*KRAMPFLÖSEND ENTZÜNDUNGSHEMMEND*

Anwendungsgebiete: Innerlich sind bereits die ersten, zart gefiederten Blätter eine Wohltat bei Verdauungsstörungen, Menstruationsbeschwerden und Problemen mit der Galle. Bei schlecht heilenden Wunden und Hauterkrankungen findet die Schafgarbe äußerlich ihre Anwendung.

Wirkung: aktiviert Stoffwechsel, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, krampflösend

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Salben, Waschungen, (Sitz)bäder



Vogelmiere (Stellaria media)

*HARNTREIBEND * LEICHT ENTZÜNDUNGSHEMMEND*

Anwendungsgebiete: Also Heilpflanze kommt die Vogelmiere vor allem bei Erkrankungen der Lunge sowie bei Hautausschlägen zum Einsatz. Zusätzlich wird sie das ganze Jahr über auch gerne als Salatbeigabe geerntet.

Wirkung: harntreibend, leicht entzündungshemmend, 

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Salben, Auflagen, Waschungen, als Salatbeigabe



Barbarakraut (Barbarea vulgaris)

*FETTVERBRENNEND * STOFFWECHSELANREGEND*

Anwendungsgebiete: Barbarakraut bringt sowohl die Verdauung als auch den Stoffwechsel in Schwung. Durch seine Inhaltsstoffe, greift es gerne die unliebsamen - im Winter angesammelten - Fettpolster an. Auch bei Blasen- und Nierenleiden findet dieses Kraut Anwendung. Äußerlich angewendet ist Barbarakraut blutstillend und desinfiziert kleinere Wunden.

Wirkung: fettverbrennend, blutreinigend, stoffwechselanregend, blutstillend, desinfizierend, harntreibend, wundheilungsfördernd

Anwendungsformen: Tee, Tinktur, Auflagen, Salatbeigabe

 



Disclaimer! Die von mir zur Verfügung gestellten Informationen werden mit aller Sorgfalt recherchiert und aufbereitet. Die Hausmittel und Rezepturen ersetzen aber keinen Arztbesuch. Bei unklaren oder starken gesundheitlichen Beschwerden bitte unmittelbar einen Arzt aufsuchen. Bei Kindern und Schwangeren sollte mit dem Arzt vorab eine mögliche Anwendung oder Einnahme abgeklärt werden. Wenn ihr meine Rezepte nachmacht, dann tut ihr das auf eigene Gefahr. (Caprice Innauer, Zertifizierte Kräuterpädagogin)

 

Quellen: Hensel, Wolfgang: Welche Heilpflanze ist das? 1. Auflage. Stuttgart: Kosmos, 2017 | Spohn, Margot: Was blüht denn da? 1. Auflage. Stuttgart: Kosmos, 2015 | Stumpf, Ursula: Unsere Heilkräuter. Bestimmen & anwenden. 1. Auflage. Stuttgart: Kosmos, 2016|Hirsch, Siegrid; Grünberger, Felix: Die Kräuter in meinem Garten. 21. Auflage. Linz, 2016. | Malm., Liesel: Die Kräuter-Liesel 7. Auflage. München: Bassermann, 2016 | Land Idee, Land Apotheke: Heilen und pflegen nach alter Tradition. Ausgabe 1/19 Winter/Frühling 2019.

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